Ende November fanden in Berlin die Zeitschriftentage statt. Da wir für den VDZ ein White Paper über Geschäftsmodelle für Social Networks geschrieben haben, waren wir netterweise eingeladen.
Die Tagung war wirklich interessant. Hubert Burda, Angela Merkel oder Körber, der Co-President des Club of Rome, waren unter den Vortragenden. Die Vorträge waren insgesamt richtig gut.
ABER: Bei der Tagung im alten Berliner Interconti konnte man wieder feststellen:
Die meisten Verleger haben immer noch keine Ahnung, was sie im Internet eigentlich machen sollen. (So schwer ist das nicht!) Einige haben mittlerweile das Problem erkannt und sind auch auf einem guten Weg.
Andere (da wären nun mehrere Verlinkungen möglich) verstehen leider noch nicht so viel davon, wie man im Internet Geld verdient und beschweren sich weiter.
Mit Spannung erwartet man den Paid Content bei Springer. Vor allem, wie lange die Zeitungen das durchhalten. Der Traffic wird völlig in die Knie gehen. Das ist aber ja in Ordnung, solange am Ende unter dem Strich mehr rauskommt. Immerhin probiert es mal einer. Wir hätten da eher eine virtuelle Währung empfohlen. Damit verdienen die Damen und Herren im Ausland schon extrem viel Geld. Aber gut. Einen Versuch ist es wert.
Ansonsten gab es sehr witzige Panels. Hervorzuheben ist auf jeden Fall Roland Tichy von der Wirtschaftswoche, der in mehreren Panels für einige Lacher gesorgt hat. Aber auch die andere Chefredakteure von Spiegel, Zeit online und Co waren exzellent. Dafür zahlt man dann doch gerne mal noch für eine Zeitschrift auf dem Niveau. Im Gegensatz zu Springers Cash Cow -Da sollte man schon Geld für bekommen, wenn man die liest. Die Bild macht übrigens bald “Volks”Events. Das ist sogar eine sehr gute Möglichkeit das Portal als Marketingkanal zu nutzen und indirekt zu monetarisieren.
Da könnte man also fast daraus schließen, dass man für guten Journalismus doch bereit ist zu zahlen? Klar, nur die Abrechnung, die Geschwindigkeit der Information etc. sind da noch weitere Parameter, die man da irgendwie in der Gleichung lösen muss. Ansonsten wird es schwer.
Für Downloads im Musikbereich zahlen die Leute auch, wenn es einfach ist und die Preis-Leistung stimmt. Aber eben nicht alle. Es ist nur EINE von VIELEN Möglichkeiten mit einem digitalen oder gar virtuellen Gut Geld zu verdienen.
Bei normalen Nachrichten wird es nicht möglich sein. Hier ist das Angebot einfach zu groß und die Mischung von User Generated Content, Twitter, Blog etc. macht es unmöglich dafür Geld zu verlangen. Zu viel Anteil der Information ist eh schon bekannt.
Um damit abzuschliessen:
Ja, es ging zum Großteil wieder um die Geschäftsmodelle, wie auch schon bei den Medientagen. Wer da nun weniger Ahnung hat Print oder TV? Im Moment TV. Das liegt auch daran, dass die noch Geld verdienen. Sobald es da weiter bergab geht, werden auch im TV Bereich die Leute über neue Lösungen nachdenken müssen.
Gregor Vogelsang (Booz Allen) hat es ganz einfach gesagt: Stellen Sie doch einfach mal ein paar Köpfe ein, die Ahnung von der digitalen Welt haben.
Dazu kann ich nur auch raten. Es ist im Printbereich ähnlich wie in der Musikbranche: Die meisten verstehen einfach nicht, wie die Netzwerkökonomie funktioniert. Leider sehen nur wenige bisher ein, sich da Rat zu holen, wie man die Sache in den Griff bekommt.
Apple und Google haben in wenigen Jahren bewiesen, dass man eigentlich weder Ahnung von der Werbe, noch von der Musikbranche haben muss, um dort Fuss zu fassen. Man muss nur ein vernünftiges Angebot haben und das Geschäftsmodell daran anpassen.
Ein Auszug aus unserem White Paper, um nur mal die potenziellen Möglichkeiten aufzuzeigen:

Update: Hier noch eine schöne Powerpoint über das Geschäftmodell der Zeitungsbranche (Link zum Blogeintrag) von Patrick Stähler
Hier einige Impressionen:

Vortrag von Booz Allen bei der Tagung im Interconti

Eigentlich schon ein Highlight: Dietmar Hopp und Theo Zwanziger









